Autor: SnowWhite
Serie: BtVS - Buffy im Bann der Dämonen
Teile: 1 von 1
Spoiler: wirklich nicht
Inhalt: Spike zieht aus, um zum ersten Mal einer Jägerin gegenüberzutreten
Altersbeschränkung: Hm. Strenggenommen wohl mindestens ab 16... - Quatsch mit Soße ;). Diese gereimte Zote kann wohl jeder verkraften
Fanfic-Typ: Gedicht (Naja, es reimt sich zumindest)
Disclaimer: Joss' Eigentum. Von mir schamlos verkorkst, verdreht und veräppelt. What can I tell you, baby? I've always been bad...
Copyright: Wie üblich. Nehmt euch, was ihr wollt, aber sagt mir, wohin es geht, okay?

***

Die gar dramatische Ballade von Spikes erster Begegnung mit einer Jägerin

 

Es war einmal, vor langen Jahren,
als Spike noch lang nicht so erfahren
war im Kampf gegen die Jägerinnen
(welche mit ihren speziellen Sinnen
drauf aus sind, Böses aufzuspüren
und alle Vampire zu massakrieren),
daß er, noch jung und übermütig,
risikofreudig und kampfeswütig,
des Nachts beschloß, sich aufzumachen,
um der Gefahr ins Gesicht zu lachen,
sich einer Jägerin zu stellen
und sie wie einen Baum zu fällen.
Und dieses war ein weiser Entschluß.
Zumindest sagte das Angelus,
welchen die Hoffnung wohl beseelte,
daß, wenn die Jägerin Spike nur pfählte,
da einer weniger wäre am Ende der Dinge,
der Angelus auf die Nerven ginge.

Gesagt, getan. Spike fand sich ein
zu seinem ersten Stelldichein
mit der amtierenden Jägerin.
Und schleunigst war man mittendrin
im handfesten Austausch von Gedanken.
Es flogen die Fäuste, es splitterten Planken,
man beleidigte sich flott hin und her -
und beide genossen es offenbar sehr,
bis plötzlich - und vielleicht ja zum Glück -
der Jägerin passierte ein Mißgeschick.
Wie üblich trug sie - man beachte die Zeit! -
ein bodenlanges und rostbraunes Kleid
mit vielen Rüschchen am unteren Ende -
ach ja, die Mode der Jahrhundertwende.
Darin klaffte plötzlich ein Riß.
Und der ging, soviel ist gewiß,
vom Saum an weiter in einem Lauf
bis über die Hüfte wohl herauf.
So klaffte das Kleid also vorne entzwei
und gab damit den Ausblick frei
auf gestickte zartgelbe Rosen
auf roten Seidenunterhosen.

Spike legte den Kopf etwas schief,
und seine Blicke schweiften tief.
Er dachte bei sich: Ist ja nett,
und laut sagte er: "Hör mal, pet,
wie wär's, lassen wir uns doch zufrieden
und nennen es ein Unentschieden?
Da drüben gibt's so 'ne kleine Pension,
die fragen nicht lange, da kennt man mich schon,
da könnten wir in einem bequemen
Zimmer einen Drink einnehmen.
Und nebenbei sollte es mir wohl gelingen,
ein wenig... äh... Ordnung in deine Garderobe zu bringen."
Ein langer Blick aus diamantblauen Augen
sollte nun wirklich auch dafür taugen,
eine stählerne Jägerin schmelzen zu machen.
(Man hat in dem Job ja auch wenig zu lachen.)
Der langen Rede kurzer Sinn:
Eine vornehm errötende Jägerin
und ein grinsender Vampir
bezogen Zimmer 3-1-4
und gingen, während alle anderen schliefen,
daran, ihre Bekanntschaft zu vertiefen.

Nachdem sie sich ein wenig zierte
(nicht, daß sie wirklich sich genierte,
natürlich nicht, auf gar keinen Fall -
es war 'ne Frage der Moral),
ging man die Sache langsam an.
Und während Spike gerade begann,
der Existenz von Jägerinnen
etwas Positives abzugewinnen,
sah er sich rüde unterbrochen. -
"Spike? Die Sterne haben mit mir gesprochen..."
Die Stimme, die über kurz oder lang
vom Hotelflur zu ihm drang,
war Spike freilich nur zu bekannt.
"Alice war im Wunderland
und der Mond hat mir erzählt,
du hast den falschen Pfad gewählt
und bist böse hier in dieser Villa..." -
"Oh bloody hell, das ist Drusilla!"
Spike erschrak bis in die Knochen.
"Was habe ich denn nur verbrochen,
hat man vor ihr nirgends Ruh?"
Er knöpfte seine Hose zu.
"Ist man vor ihr nirgends sicher? -
Und *du* hör auf mit dem Gekicher!
Mit Dru ist nicht gut Kirschen essen.
Sie würde es mir nie vergessen,
würde sie mich hier mit dir finden.
Sorry, Luv - ich muß verschwinden."
Mit diesen Worten schwang er sich kokett
und mit wehendem Mantel aufs Fensterbrett
und hopste aus der dritten Etage
auf das Dach einer fahrenden Equipage.

Zurück blieb etwas traumverloren,
halb bekleidet und leicht verfroren
eine seufzende Jägerin,
die mit aufgestütztem Kinn
noch eine Weile am offenen Fenster ausharrte
und träumerisch auf die Gasse starrte.
Lassen wir sie also dort lehnen.
Überflüssig zu erwähnen,
daß in den Journalen vom Wächterrat
nicht ein Wort über diese Tat
jemals je verzeichnet war.
Was soll's? Es reimt sich, also ist's wohl wahr.
 

***

 

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