Jungs

 

Dieses böse, seelenlose Ding hatte es mit ihr getrieben!

Mit *ihr*! Mit *seiner* Anya!

Vor den Augen seiner Freunde, und wer weiß, vor wem sich dieser widerliche Pornostreifen noch abgespielt hatte? Sie hatte zugelassen, daß diese Kreatur sie berührt hatte, gevögelt... „getröstet“.

Xander fühlte sich furchtbar müde und ausgelaugt, und Buffy, die ihn nach einer Weile eingeholt hatte und nun schweigend neben ihm herging, störte ihn auf einmal. Selbst ihre stumme Gegenwart war ihm lästig, und er blieb stehen.

Mit hängendem Kopf und einem so erschöpften und zugleich wütenden, furchtbar enttäuschten Ausdruck in den Augen, daß Buffy fast zurückschreckte, als sie seinem Blick begegnete.

„Geh’ nach Hause, Buffy. Laß’ mich allein. Ich kann niemanden mehr sehen. Auch dich nicht. Gerade dich nicht. Nicht jetzt.“, sagte er so ruhig, wie es ihm möglich war. Jedes Wort war ihm zuviel, jeder Blick in diese Augen, die ihn jetzt unsicher und – zu allem Überfluß – fast mitleidig  musterten.

Und beschämt.

Ja, auch sie hatte es getan, heimlich. Auch sie hatte die Berührung dieses blonden Dinges geduldet, hatte... Nein, er wollte es sich gar nicht vorstellen.

Buffy schüttelte den Kopf.

„Ich... ich kann dich doch jetzt nicht alleinlassen, Xander...“

„Warum denn nicht? Du hast doch das andere *auch* ohne mich gekonnt! Du kannst alles ohne mich!“, platzte es wütend aus ihm heraus, und er stampfte mit dem Fuß auf, bevor er seinen Weg fortsetzte, ohne weiter auf Buffy zu achten.

Die stand noch immer da, erschrocken und blaß, und sie blickte ihrem Freund schuldbewußt hinterher.

„Xander...“, rief sie halbherzig, aber er reagierte nicht, sondern bog um die nächste Ecke, als hätte er nichts gehört.

Stirnrunzelnd schaute sie ihm hinterher, und sie seufzte hörbar.

Dann drehte sie sich langsam um und ging zurück in Richtung Magic Box. Es hatte wohl wirklich keinen Sinn, ihm Trost spenden zu wollen – und sie konnte sich vorstellen, wie auch ihr eigener Anblick ihn an... oh Gott!... erinnerte.

Xander stand hinter der Ecke, und die Hauswand gab ihm Halt. Seine Augen waren geschlossen, und den Kopf hatte er an die Mauer hinter sich gelehnt.

Er konnte nicht mehr, und nur die unbändige Wut, die in ihm brodelte, hielt ihn aufrecht. Und die Wut, die eigentlich ihm selbst galt, hatte einen Namen: Spike.

Dieser Vampir war genauso ekelerregend wie er blond war, so niederträchtig, so falsch, so... überflüssig. Und Buffy hatte sich von ihm vögeln lassen! Wer weiß, wie lange schon?

Und dann Anya...

Unbewußt schüttelte er sich, und er öffnete die Augen. Sein Blick war vernebelt vor Zorn, Eifersucht und... Mordlust.

Entschlossen drückte er sich von der Hauswand ab.

 

 

~*~*~*~*~*~*~*~

 

 

Spike humpelte zum Kühlschrank, um sich etwas Eis für sein lädiertes Gesicht zu holen und den angeschlagenen Knöchel. Dieses Weichbrot hatte überraschend hart zugeschlagen, aber wenigstens hatte der Kerl den Pflock fallengelassen.

Der blonde Vampir seufzte, und er überlegte kurz, was daran so gut gewesen war, ihn *nicht* zu pfählen. Oder daß er der Axt ausgewichen war. Wozu?

Naja, zumindest war da noch die Möglichkeit, vielleicht doch noch mit Buffy... Nein, nicht, nachdem er es vor ihren Freunden ausgesprochen hatte. Im selben Moment hatte er gewußt, daß es falsch war, aber es war aus ihm herausgesprudelt. Der Zorn hatte es förmlich aus ihm herausgesprengt – und die Trauer, und er wunderte sich fast, daß das nicht schon früher geschehen war.

Und Buffys Schamesröte hatte alles nur noch schlimmer gemacht.

Jetzt wußten sie es – und auch, daß Buffy sich dafür schämte.

Für *ihn*.

Und er hätte kotzen können, auf der Stelle, als er daran dachte, wie der Idiot das alles verursacht hatte mit seiner blödsinnigen Eifersucht.

Der Kerl war schon immer lästig gewesen, schon immer eine Landplage, überflüssig wie ein Kropf. Allein sein Schatten verursachte ihm Übelkeit.

Von Anfang an.

Und dann kam die Qualle da angewackelt und stellte Ansprüche!

Ha! Läßt seine Dämonenbraut vor dem Altar stehen und wundert sich, wenn sie’s mit anderen treibt!

Der hatte hatte es gerade nötig!

Der Vampir setzte sich auf den Sarkophag in der Mitte der Krypta und hielt sich den Eisbeutel an die Schläfe. Wummernd erinnerte ihn der Schmerz an das, was gerade passiert war, und die Wut kroch wieder in ihm hoch.

Dieser kleine Wichser hatte ihn ein Ding genannt. Genau wie Buffy, bevor...

Ein Ding!

Früher hätte es ihn überhaupt nicht gejuckt, wenn so etwas geschehen wäre – er hätte kurzen Prozeß gemacht mit diesem vorlauten Möchtegern-Vampirjäger.

Aber früher hatte er auch keinen Chip in seinem Kopf gehabt, und früher hatte er auch nicht diese Bürde seiner Liebe zur Jägerin tragen müssen.

Früher war alles anders gewesen.

Herrliches Früher. Scheiß-Früher!

Da wäre dieser Harris-Arsch nur ein Snack für zwischendurch gewesen, nichts weiter – er hätte nicht einmal die Anfangsbuchstaben seines Namens erfahren!

Und schäumender Zorn kochte in ihm auf, der sich auf einen Gegenstand konzentrierte: Diesen Blödarsch Harris. Es war an der Zeit, diesem Affen mal einzuheizen. Der sollte endlich begreifen, wer hier Superkräfte hatte – und wer nicht.

Spike stöhnte laut auf, als er seinen Knöchel berührte. Der Kerl hatte ihn nicht nur bloßgestellt, nein, er hatte ihn auch noch verletzt.

Im doppelten Sinne.

Dieser so glorreiche Betonschmierer! Dieser Hirnamputierte!

Wenn das so weiterginge, würden ihm noch die Schimpfworte ausgehen...

Falls er jemals diesen dummen Chip loswerden würde – und das würde er! – dann wäre Harris sein erstes Opfer, so wahr er, Spike, William der Blutige war!

Nur kurz hielt er den Eisbeutel an seinen Knöchel, dann legte er ihn zur Seite, kramte in den Taschen seines Mantels nach den Zigaretten und steckte sich eine davon zwischen die Lippen, bevor er den Mantel auszog und neben sich auf die marmorne Grabplatte legte.

Er wog das silberne Feuerzeug für einen Moment in seiner halbgeschlossenen Hand. Dann hob er es und ließ es aufschnappen.

Peng!

Die Tür zur Krypta flog auf und knallte an die Wand daneben.

Spike ließ überrascht das Feuerzeug sinken. Als er sah, wer da eintrat, verdrehte er genervt die Augen.

„Hey, Harris, wenn man vom Teufel spricht... oder denkt.“, stellte Spike fast gelassen fest, aber seine Augen blitzten den Eintretenden böse an.

Lässig steckte der blonde Vampir sich die Zigarette an, aber ein gezielter Faustschlag des überraschend schnell herangekommenen Xander schnippte sie ihm aus dem Mund.

„Du verdienst nicht mal die letzte Zigarette, Bleichbirne!“, zischte Xander durch zusammengebissene Zähne, und ein Blick in die braunen, wild entschlossenen Augen seines Gegenübers sagte dem Vampir, daß da wohl was dran sein konnte.

So also kam das Ende doch noch.

Eigenartigerweise fühlte er nichts, nicht einmal mehr den Zorn, der soeben noch seine Gedanken beherrscht hatte. Nicht einmal Bedauern oder Trauer, auf diese Art zu sterben, durch diesen Idioten, den er so haßte.

Und schon gar keine Angst.

Doch etwas war da. Eine Spur Mattigkeit und Überdruß, die er in sich fühlte, aber auch das nur weit entfernt, als ob es nicht ihn selbst beträfe.

Er wartete.

Xander sah in diese verhaßten blauen Augen, die direkt vor seinem Gesicht waren, blaue, kalte Eiszapfen, die sich in seine eigenen bohrten, eisige Blicke aus toten Augen.

Sehr toten Augen.

Kein Zucken, kein Wimpernschlag, der sie unsicher erscheinen ließ, kein Spott darin, keine Regung. Nur Blau. Polareis, auf das nie ein Strahl Sonne fiel.

Er hatte es sich so schön ausgemalt auf dem Weg hierher. Den Tod dieser Augen, den Tod des beißenden Spottes darin, das letzte Zucken, das allerletzte Aufbäumen, vielleicht sogar Tränen darin oder Bedauern – absurdes Bedauern eines nutzlosen Dinges, ein letztes, ungehörtes Winseln um Gnade.

Bevor sie zu Staub zerfallen würden, inklusive dieses gebleichten Schopfes.

Für immer.

Er würde die Welt davon befreien, und die Welt würde es nicht einmal bemerken.

Es würde sein, als würde man Müll entsorgen, Sondermüll zwar, aber Müll. Abfall, tot und unnütz, überflüssig und lästig.

Langsam, fast genießerisch, zog Xander den Pflock aus seiner Jackentasche, ohne den Blick abzuwenden, und das kalte Lächeln, das er die ganze Zeit auf dem Gesicht gehabt hatte, vertiefte sich und wurde zu Vorfreude.

„Wie fühlst du dich, Toter?“, fragte er leise, als er den Pflock hob.

„Tot.“, war die einfache Antwort, begleitet von einem schmalen Lächeln.

Xander ließ überrascht den Pflock sinken.

Da war kein Winseln, kein Bedauern, nicht die Spur einer noch so kleinen Bitte um Gnade wegen des Chips. Kein letztes Aufbäumen, keine Argumente und Erklärungen *gegen* das Unvermeidliche. Und wo waren die Tränen?

Hey – wo war der ganze Spaß, den er sich unterwegs ausgemalt hatte? Fast schien es, als hätte der Vampir auf ihn gewartet. Hatte es sich gemütlich gemacht während der Wartezeit auf den Tod namens Xander. Und diese Krypta hier war das Wartezimmer zum staubigen Dahinscheiden.

Wie passend.

Xander runzelte enttäuscht die Stirn.

Irgendetwas stimmte hier nicht.

Erneut hob er den Pflock, der ihm auf einmal wie ein Fremdkörper vorkam in seiner Hand.

„Du bist Vergangenheit, impotenter Wichser. Und niemand wird es je erfahren. Du wirst einfach nicht mehr da sein – und niemand wird dich vermissen. Aus den Augen, aus dem Sinn. So einfach ist das.“, sagte er abgeklärt, und Spike bewunderte fast die Kälte, die Xander in seine Stimme legte, diese Kaltblütigkeit, die ihn aus diesen braunen Augen heraus traf – das hatte er dem Waschlappen gar nicht zugetraut...

„Aber sie hat es bereits erfahren, die Welt, Kleiner. Wie auch immer sie das geschafft hat.“, erwiderte Spike gelassen, und sein Lächeln wurde immer breiter und ging in sein wohlbekanntes Grinsen über, als er daran dachte, wie sich der Kerl fühlen mußte.

Dann stutzte er.

Wie hatten sie das überhaupt herausbekommen können? Und so schnell?

„Eine letzte Frage – falls du erlaubst, Sensenmännchen. Oder besser: Pflockmännchen. Woher wußtet ihr das von mir und Anya?“

Wie nur, wie um alles in der Welt brachte es dieser Vampir fertig, ihn zu verhöhnen, während er im Begriff war, ihn zu töten? Xander schüttelte den Kopf. Er sollte ihn einfach pfählen – und damit wäre die Sache erledigt. Sollte er doch dumm sterben!

Entschlossen hob er den Pflock, holte aus und stieß zu.

Der Arm mit dem Pflock blieb mitten in der Luft stehen, als würde er an eine Mauer prallen. Erschrocken spürte Xander den Widerstand und wie sein Arm schmerzlich gegen etwas stieß, und er ließ die Waffe fallen, die polternd auf dem staubigen Boden der Krypta landete und wegrollte. Leider landete sie nicht im Staub des blonden Vampirs, der noch immer so provokativ vor ihm stand, stellte Xander bedauernd fest.

Dann war es für einen Moment totenstill in der Krypta, bevor Xander aufstöhnte und sich den schmerzenden Arm hielt.

Spike hatte den Tod erwartet, und erstaunt – und fast enttäuscht – hatte er mit angesehen, wie Xander von irgendetwas daran gehindert wurde, ihn zu pfählen. Er streckte suchend die Hand aus, aber da war nur die Luft, die zwischen ihnen stand, spannungsgeladen von ihrer beider Haß aufeinander, aber Luft. Durchlässig und... Einfach nur Luft.

„Was war denn das? Kannst du nicht mal jemanden pfählen, wie es sich gehört, du Wichser?“, schnauzte der Vampir aufgebracht.

Da bereitete man sich schon einmal darauf vor – und dieser Idiot versagte selbst, wenn man stillhielt. Wie leicht sollte er es ihm denn noch machen?

„Tststs. Also bitte, Jungs, eine etwas gewähltere Ausdrucksweise wäre nicht verkehrt, selbst wenn man sich streitet. Habt ihr denn nie etwas von Streitkultur gehört?“

Überrascht hob Xander den Kopf, und Spike drehte sich auf der Stelle herum.

Die Stimme war vom Boden hinter dem Sarkophag gekommen, laut und vernehmlich mit anschwellender Empörung darin, aber da war nichts zu sehen.

Spike bedeutete Xander mit einer Geste, sich links um den Sarkophag zu schleichen – er selbst würde die rechte Seite umrunden. Xander nickte zustimmend und setzte sich sofort in Bewegung, sich insgeheim wundernd, wie schnell eine Stuation umschlagen konnte.

Als beide an den Stirnseiten des Sarkophages standen, ertönte die Stimme ein zweites Mal:

„Ihr braucht euch nicht zu bemühen, Jungs, ich bin hier. Und ich kann euch sehen.“, und damit rappelte sich ein buntes Etwas vom Boden auf und klopfte sich den Staub von den Sachen.

„Du könntest hier aber auch mal saubermachen, Spike.“, stellte das Ding kopfschüttelnd fest.

Ungläubig sahen sich die beiden Streithähne an.

Das war ein Gartenzwerg, und Xander erkannte, daß es derselbe war, den er vorhin in seiner Wut zertreten hatte. Dieselbe rote, überlange Zipfelmütze, derselbe graue Bart, die zottigen Brauen. Buffys Gartenzwerg, putzmunter und lebendig, der jetzt dastand mit verschränkten Armen und herausfordernd in die Runde blickte...

„Das... das geht nicht. Ich habe dich zerbrochen.“, entfuhr es Xander, sich nicht einmal dessen bewußt, daß das keine Scherben waren, die vor ihnen standen, sondern etwas Lebendiges.

„Du hast mich nicht zerbrochen, Junge, du hast mich befreit.“, antwortete der kleine Mann mit einem breiten Lächeln.

Xander riß die Augen auf.

„Und? Habe ich jetzt drei Wünsche frei?“, fragte er schlagfertig und blickte triumphierend zu Spike hinüber, der mit hochgezogenen Brauen dastand und die beiden beobachtete.

Was spielte sich hier ab? Waren jetzt alle verrückt geworden? Oder war dieser Zwerg nur ein Monster der Woche, das sie schnell würden beseitigen können – und dann würden sie wieder zur Tagesordnung übergehen?

Als ihm jedoch einfiel, was soeben noch auf der Tagesordnung gestanden hatte, beschloß er, den Zwerg dann doch interessanter zu finden.

Ein Grinsen erschien auf dem Gesicht des Vampirs.

„Klar, ich kann dir auch sagen, was die Knalltüte sich wünschen wird. Er will für immer cool sein, Kohle und Weiber haben, so viel er will.“

„Halt’ die Klappe, Aschehaufen. Du siehst doch, daß er mit *mir* geredet hat.“, zischte Xander, die Stimme wieder voller Haß, und seine Augen sprühten vor Zorn.

Spike hob abwehrend die Hände.

„Oh, entschuldige bitte, Harris, daß ich deine überaus wichtigen Gespräche mit Zwergen...“ Spike unterbrach sich und gluckste leise, „...oder besser: *unter Zwergen* störe, aber das hier ist *mein* Zuhause. Vielleicht könntet ihr eure Konversation draußen weiterführen.“, spöttelte er weiter und blickte abwechselnd vom Wicht zu Xander und wieder zurück.

„Verpiß’ *du* dich doch! Du brauchst sowieso bald kein Zuhause mehr, sondern nur noch ´ne Keksdose, die groß genug ist, deine Asche aufzunehmen. Aber dafür reicht auch ´n Fingerhut, du Nichts!“, schoß Xander zurück.

„Oh, das ist ja mal was Neues. Ich dachte, du kämpfst jetzt nur noch gegen Zwerge.“, grinste Spike.

„Nö – ich kämpfe auch gegen impotente Vampire.“, erwiderte Xander, und er trat drohend auf den Vampir zu.

Jetzt wurde es dem Zwerg offensichtlich zu bunt. Er hob die Arme und stampfte mit seinem winzigen Stiefelabsatz auf.

„JUNGS! Was ist das nur mit euch, daß ihr euch nicht vertragen könnt! Ist denn das so schwer, zumal unter Kumpels!“, brüllte er, daß es nur so widerhallte in der Krypta.

Die beiden „Kumpels“ zuckten zusammen und sahen sich stirnrunzelnd an.

„Wir sind keine Kumpels!“, protestierten sie gleichzeitig.

Wieder trafen sich ihre Blicke aus zornfunkelnden Augenpaaren, und sie machten einen weiteren Schritt aufeinander zu, ohne auf den Zwerg in ihrer Mitte zu achten.

Der hob abwehrend die Arme.

„Hey – was habt ihr bloß, daß ihr euch so gar nicht mögt?“, fragte der Wicht neugierig, und es schien, als interessierte es ihn wirklich.

„Nicht mögen... ist wohl etwas untertrieben.“, stellte der Vampir belustigt fest.

„Da muß ich dir ausnahmsweise mal zustimmen, William, du Unblutiger.“, erwiderte Xander, der jetzt noch näher an Spike herantrat, noch immer nicht auf den Zwerg achtend.

„Leute, paßt doch auf, wo ihr hintretet!“, rief der Zwerg empört aus und sprang zur Seite, als Xanders Fuß kurz vor ihm den Boden berührte.

„Der war schon immer ein Elefant im Porzellanladen – ich würde mich, wenn ich so klein wäre, lieber in Sicherheit bringen.“, spottete Spike und grinste auf den Zwerg herunter. „Obwohl... vor *dem* braucht sich eigentlich niemand in acht zu nehmen...“, fügte er hinzu und funkelte Xander böse an.

Der versuchte, die letzte Bemerkung des Vampirs einfach zu überhören und wandte sich an den Zwerg.

„Was ist nun mit den Wünschen?“, fragte er.

Der Wicht hob bedauernd die Hände.

„Oh, ich wünschte, ich könnte das tun, aber ich bin nur ein FFE-Zwerg, und Wünsche erfüllen kann nur derjenige, der diese Geschichte hier schreibt... Und der hat anscheinend keine Lust dazu.“

„Ach ja? Ich habe dich befreit und du bemühst dich nicht einmal, mir etwas zukommen zu lassen? Was treibt dich denn dann hierher?“, blaffte Xander, und seine Stimmung schien auf dem Nullpunkt angekommen zu sein. Nicht nur, daß er es bisher nicht geschafft hatte, diese blonde Landplage zu Staub zu machen, jetzt wurde er noch von einem lächerlichen Zwerg verhöhnt.

Im Beisein von Spike.

Und nach allem, was er heute hatte erleben müssen.

Der Wicht bewegte sich leicht, und in seinem Gesicht zeichnete sich Bedauern ab. Seine Arme hatte er in die Seiten gestemmt, und sein langer Bart bebte, als würde er mit dem Unterkiefer mahlen, während er angestrengt nachdachte.

Denn erschien plötzlich ein Lächeln auf seinem Gesicht, als wäre ihm etwas eingefallen.

„Ich kann zwar keine Wünsche erfüllen, aber ich kann dir helfen, Xander. Oh – ihr werdet schon sehen!“, lachte er jetzt, sichtlich froh, daß ihm scheinbar eine glorreiche Idee gekommen war, und er rieb sich die Hände.

Dann verschwand er, und mit ihm auch die Krypta und alles um sie herum, in dem dichten Nebel, der sich auf sie herabsenkte, weiß und wattig und undurchdringlich für jeden Blick.

 

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