![]() Kleine Geschenke ![]() Seit Tagen hatten sie diesen
Schneesturm vorhergesagt, aber niemand hatte so recht daran glauben können, daß
es hier im sonnigen Kalifornien einen ausgewachsenen Schneesturm geben könnte –
und schon gar keine Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. Und nun war er da – er hatte
sich sogar angekündigt mit einem tiefverhangenen, grauen Himmel und
feuchtkalter Luft. Jetzt waren alle Einwohner
der kleinen Stadt doch etwas überrumpelt worden – aber wenn man am
Höllenschlund lebt, ist man Kummer gewöhnt... Es war eine Woche vor
Weihnachten, und die Scoobies hatten sich bei Giles eingefunden, der sie alle,
wie jedes Jahr, immer zu einer Art Weihnachtsfeier um sich versammelte. Es war
nur eine lockere Zusammenkunft, aber irgendwie brauchten sie das, um das vergangene
Jahr Revue passieren zu lassen und neue Kraft für die Zukunft zu schöpfen. Buffy und die beiden Hexen
saßen zusammen auf der Couch und alberten herum, Xander und Anya standen an der
Treppe nach oben und waren mal wieder in einen Streit verwickelt, und egal, um
was es ging, die anderen hörten nur immer wieder, wie Xander Anya dazu
veranlaßte, doch bitte leise zu sprechen – oder das Ganze zu vertagen, bis sie
wieder zu Hause wären... Giles saß am Schreibtisch
und hatte wohl noch etwas zu tun mit der Buchführung für die „Magic Box“, aber
nun klappte er die Bücher zu und gesellte sich – mit einem warnenden
Seitenblick zu Xander hin – zu den Mädchen. Die waren gerade in ein
„Weihnachtsgespräch“ verwickelt, das heißt, eigentlich führte Willow das Wort. „Noch nie im Leben hatte ich
ein Weihnachtsfest – das ist ja bei uns nicht üblich. Aber trotzdem habe ich da
immer so ein Gefühl, irgendwie... naja... ausgeschlossen zu sein, weil wir
Juden sind, und noch nie hat mir jemand einfach so was zu Weihnachten geschenkt.
Naja, wegen dieser politischen Korrektheit und so, aber ich habe trotzdem immer
dieses dumme Gefühl...“ Tara schüttelte den Kopf. „Willow, das mußt du nicht,
ihr habt doch dafür andere Feste – Chanukka zum Beispiel - , die *wir* auch
nicht feiern, und das ist nun mal so.... Aber da fällt mir was ein.“, sagte sie
nachdenklich. „Hm. Naja. Da gibt es doch
bei den Schweden so eine alte Tradition, dieses Julklapp, ein Brauch, wo jeder
seinen Namen auf einen Zettel schreibt und dann in einen Hut wirft, und dann
wird gezogen – und jeder bekommt nur ein Geschenk, und zwar von demjenigen, der
seinen Namen gezogen hat...“ Willow war sofort Feuer und
Flamme. „Oh ja, bitte, laßt uns das
tun – das wird bestimmt lustig. Wer weiß, was dabei so für Geschenk-Partner
rauskommen, und wir könnten ja festlegen, daß es nur eine Kleinigkeit sein
soll, irgendwas, was nicht viel kostet, aber was ganz persönlich ist, Leute!“ Giles seufzte leicht und
schüttelte fast unmerklich den Kopf. Auf was für Ideen diese Kinder immer kamen
– jetzt auch noch Weihnachtsgeschenke beim Julklapp! Er hatte schon genug im
Kopf, um für seinen Vater ein passendes Geschenk zu finden – und jetzt, eine
Woche vor dem Fest – hatte er immer noch nicht die leiseste Ahnung... Anya war nun hinzugekommen –
anscheinend hatten die beiden Turteltäubchen ihren lächerlichen Streit
beigelegt oder vertagt – und war sogleich von der Idee hingerissen. „Oh ja, ich liebe Geschenke,
vor allem, wenn sie viel Geld gekostet haben...“ „Anya, hier geht´s nur um
ideelle Geschenke, nur um Kleinigkeiten – und du weißt ja, daß wir alle nicht
reich sind...“, unterbrach Buffy die Ausführungen der ehemaligen Dämonin. Anya seufzte enttäuscht und
faßte nach Xanders Hand. Der verdrehte nur die Augen und sagte nichts – für
heute hatte er genug argumentiert. „Na, Leute – was ist, wollen
wir nun Julklapp machen? Na los, tut es mir zuliebe – ich hatte noch nie
Weihnachten! Und wie heißt es so schön? ‚Kleine Geschenke erhalten die
Freundschaft!’ Bitte!“, hakte jetzt Willow nach, und wer konnte schon dem
bittenden Blick ihrer großen, grünen Augen widerstehen? Es ging ja auch um
nichts – und vielleicht würde es ja doch ganz witzig werden – wenn zum Beispiel
Tara eine Pudelmütze für Giles stricken würde oder so, dachte Buffy insgeheim
und nickte ihrer Freundin zu. „Warum nicht? Ist mal was
anderes, denke ich – und es war ein schlimmes Jahr – wenn wir mal ein bißchen
Spaß haben, schadet´s wohl nichts...“, stimmte sie zu. Damit war die Sache
entschieden, und schnell waren die Namenszettel geschrieben und wurden – in
Ermangelung eines Hutes – in eine große Vase geworfen. In diesem Moment ging die
Tür auf und eine Gestalt kam hereingeschneit – im wahrsten Sinne des Wortes,
denn draußen herrschte ein richtiges Schneegestöber, so daß man kaum die Hand vor
Augen sehen konnte. Die Gestalt schüttelte sich, und als der Schnee von ihr
abfiel, kam unverkennbar ein bekannter wasserstoffblonder Vampir zum Vorschein. „He, Leute, ist ja wie in
Sibirien hier. Hätte nie gedacht, daß es bei euch hier so verdammt kalt werden
könnte...“, fluchte er und sah in sechs erstaunt auf ihn gerichtete Augenpaare. Spike stutzte. Dann runzelte er die Stirn
und sagte: „Also, ich habe bei euch immer das Gefühl, ungelegen zu kommen.“,
und sich halb abwendend fuhr er – mit einem Seitenblick auf den Wächter – fort:
„Aber ich kann ja wieder in die eisige Kälte Sibiriens entschwinden,
ungeschützt dem Sturm ausgesetzt, hungrig und allein...“ Giles rollte mit den Augen.
Das hatte ihm gerade noch gefehlt – dieser Billy-Idol-Verschnitt war wirklich
eine Plage, aber er wollte ihn nicht so gehenlassen, zumal Weihnachten vor der
Tür stand und er ja manchmal auch von Nutzen sein konnte... Seufzend sagte er: „Nein,
Spike, bleiben Sie – ich könnte nicht verantworten, wenn ein hilfloses Wesen
wie Sie unnötig leiden muß.“, fügte er ironisch hinzu. Ein strafender Blick aus
Spikes blauen Augen traf den Wächter – der sich nichts daraus machte – und der
Vamir ging, nachdem er seinen Mantel aufgehängt hatte, schnurstracks in die
Küche, holte sich einen Beutel mit Blut aus dem Kühlschrank, füllte ihn in eine
Tasse um und stellte diese in die Mikrowelle. Giles sah dem Treiben zu und
mußte unwillkürlich lächeln. Er, der Wächter der
Vampirjägerin, erlaubte Vampiren bei sich ein- und auszugehen, als wäre sein
Zuhause auch ihres... Was für eine Ironie. Vielleicht sollte er die
Barriere wiederherstellen, zusammen mit Willow, aber irgendwie hatte er sich an
diesen Besucher gewöhnt... Die letzte Bemerkung des
Wächters übergehend, fragte Spike nun gutgelaunt: „Na, was läuft denn hier bei
euch so? Liegt mal wieder was an? Ein kleiner Weltuntergang? Ein Schneekönig,
der außer Kontrolle geraten ist? Oder hat der Weihnachtsmann in diesem Jahr
seinen Besuch abgesagt?“ Buffy verdrehte die Augen.
Dieser Vampir nervte echt – und mußte er nun ausgerechnet *jetzt* kommen und
sie auch noch bei ihrer kleinen Weihnachtsfeier stören? „Nein, Spike, nichts in der
Art. Wir sind einfach Freunde, die sich zu Weihnachten auch mal einfach so
treffen – um der Freundschaft willen. Aber das kann man so einem wie dir
schlecht erklären – *du* hast ja keine Freunde.“, war ihre patzige Antwort. Er schaute sie beleidigt an
und sagte nur: „Man wird ja wohl mal fragen dürfen, Jägerin.“ „Aber klar, Spike, wenn du
ab jetzt deine Klappe hältst...“, antwortete sie ihm, aber ein Blick von Willow
genügte, um sie abbrechen zu lassen. Sie wollte nicht die Stimmung verderben –
obwohl... das hatte ja dieser Vampir schon getan. Willow wies mit der Hand auf
die Vase, die auf dem Tisch stand. „Hast du schon mal was von
Julklapp gehört, Spike?“, fragte sie. Der blonde Vampir nickte
eifrig, froh, daß sie das Thema gewechselt hatte. „Aber ja – das haben wir
früher zu Hause immer gemacht. Meine Familie war ziemlich arm... naja, nicht
*sehr* arm, meine ich, aber trotzdem wollten wir Geld sparen, indem wir die
Geschenke reduziert haben... Das war immer ganz lustig, weil meine Schwester
immer wieder mich gezogen hatte... ähm, und sie hat mir jedes Jahr eine Socke
gestrickt, und die zweite nicht fertigbekommen. Wir haben uns immer
schiefgelacht über meine Sammlung einzelner Socken. Und meine Mutter...“ Er stockte, denn die um ihn
Herumsitzenden sahen ihn erstaunt an. Niemand von ihnen konnte
sich diesen eingbildeten, großmäuligen Vampir inmitten einer Familie vorstellen,
ganz zu schweigen als liebenden Sohn und Bruder... Irgendwie ließen ihn diese
paar Sätze eben in einem anderen Licht erscheinen, weil sie so... echt
herausgekommen waren, spontan, ohne Verstellung. Fast menschlich. Willow bat ihre Freunde mit
den Augen im Voraus um Verzeihung – und dann wandte sie sich an Spike, der nun
schweigend dastand, fast verlegen. „Ähm, Spike... Wir haben
gerade vorgehabt, so einen Julklapp zu machen, nur unter uns hier. Und wenn du
willst, natürlich ganz zwanglos und wenn es dir nicht zu... ähm... albern
erscheint, kannst du ja einfach mitmachen...?“, fragte sie ihn verschämt, weil
sie wußte, wie ihre Freunde auf ihr ewiges Samariterbedürfnis reagieren würden
– mit genervtem Augenrollen – aber sie konnte nicht aus ihrer Haut, denn ihr
war auf einmal bewußt geworden, wie einsam sich dieser blonde Vampir da fühlen
mußte. Und es war ganz egal, ob er
nun böse war oder nicht... Während Spike noch nach
einer Antwort suchte – bei seiner sonst üblichen Schlagfertigkeit ein kleines
Wunder – rollte Buffy, wie vorauzusehen war, genervt mit den Augen. Nicht nur, daß dieser
lästige Vampir hier ungefragt reinschneite, wann es ihm paßte, nein, jetzt lud
ihn auch noch die immer mitleidige Willow zu ihrem Julklapp ein... Giles hatte nur halb zugehört,
horchte aber auf, als Spike ein zustimmendes „Naja, wenn´s dir Spaß macht...“
brummte und sich sogleich nach vorn beugte und einen weiteren Zettel mit einem
Namen beschrieb – mit seinem eigenen – und ihn in die Vase warf. Und damit setzten alle ihr bestes
Pokerface auf und zogen nacheinander ihre „Lose“. ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Als Spike seine Krypta
betrat, zitterte er förmlich vor Kälte. Es ist ein Trugschluß, zu
glauben, Vampire würden nicht frieren – wenn es kalt genug ist, frieren selbst
diese Kreaturen der Nacht. Und es *war* kalt genug,
bestimmt zehn Grad unter Null oder darunter, und Spike konnte sich kaum daran
erinnern, wann er das das letzte Mal erlebt hatte. Jedenfalls nie in
Kalifornien. Sein Körper war steif, und
alles schmerzte, und er hatte das Gefühl, hier und jetzt zu einem Eiszapfen zu
gefrieren. Gerne wäre er noch bei Giles geblieben – am liebsten die ganze Nacht
– aber als die Scoobies dann aufgebrochen waren, konnte er sich schlecht
ausschließen. Der Abend war ruhig verlaufen,
und er hatte mehr den fröhlichen Gesprächen der Slayerettes gelauscht als
selbst etwas zu sagen. Irgendwie hatte die Erinnerung an die vergangenen
Weihnachten zu Hause ihn zum Schweigen gebracht, und er war in eine
melancholische Stimmung verfallen, wie so oft in letzter Zeit seit dieser
verfluchte Chip sein Unwesen in seinem Kopf trieb. Zum wiederholten Male zog er
den Zettel mit dem Namen aus seiner Tasche. Giles. Zur Hölle – warum mußte er
auch dieses alberne Spiel mitmachen? Kopfschüttelnd ging er zu
seinem Bett und legte sich in voller Montur hinein. Was sollte er ihm schenken?
Dem Wächter... der so ganz und gar nicht wie ein Wächter war und ihn bei sich
duldete. Vor Kälte war ihm das Gehirn
eingefroren, schien es, denn ihm wollte einfach nichts einfallen. Ach, was sollte es – ihm
würde schon noch eine Idee kommen, ganz sicher, aber jetzt mußte er erst einmal
versuchen, in dieser Kälte zu schlafen. Spike rollte sich zusammen
wie ein Embryo, zog die Decke über seinen Kopf und schloß die Augen. ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Im selben Moment wälzte sich
Buffy in ihrem Bett unruhig hin und her. Ausgerechnet *sie* mußte
Spike ziehen, ausgerechnet *sie* mußte für die Samaritergefühle ihrer besten
Freundin büßen. Die Welt war einfach ungerecht – aus einer kleinen, harmlosen
Idee war eine lästige Pflicht geworden, und sie hatte partout nicht die
geringste Idee, was sie diesem wasserstoffblonden englischen Ekel schenken
konnte... Ähm, blond? Vielleicht
könnte sie ihm... Naja, eine Idee wäre es schon,
vielleicht mit Arbeit verbunden, aber als „ideelles Geschenk“ angemessen... Sie drehte sich auf die
Seite und schlief auf der Stelle zufrieden ein. ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Sie selbst hatte es ja so
gewollt! Wieso konnte sie es nicht
dabei belassen, wie immer Weihnachten zu feiern – nämlich überhaupt nicht?
Aber, nein, sie mußte ja Feuer und Flamme für Julklapp sein... Willow seufzte leise. Und dann sah sie zu Tara
hinüber und überlegte, wen ihre Freundin wohl gezogen hatte. Aber das würde
wohl bis Heiligabend – darauf hatten sich alle geeinigt, an diesem Tag ihre
„Bescherung“ stattfinden zu lassen – ein Geheimnis bleiben... Und nun das. Anya war mit Abstand das
unfreundlichste, unerfreulichste und unsensibelste Mitglied ihrer Gruppe, und
es war vollkommen egal, was sie sich für sie ausdenken würde – es wäre immer
das falsche Geschenk. Und natürlich immer zu
billig. Zu hundert Prozent würde diese ehemalige Dämonin gar nicht zu schätzen
wissen, wenn sie sich Gedanken machte. Wieder seufzte sie, und Tara
blickte auf und lächelte ihr zu. Naja, wenigstens hatte sie
eine wunderbare Freundin – und das konnte ihr auch eine Anya nicht nehmen, und
Willow lächelte zurück. ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Tara lächelte. Ihr größter
Wunsch war bereits in Erfüllung gegangen. Da saß Willow, und zu allem
Glück hatte sie auch noch den kleinen Zettel mit ihrem Namen gezogen – dem
Namen des Menschen, den sie am meisten liebte... Sie wollte nichts
falschmachen, und sie wollte Willow ein unvergeßliches Weihnachten bereiten –
ihr erstes überhaupt – und fieberhaft überlegte sie, was sie ihr schenken
konnte. Jetzt seufzte Willow zum
wiederholten Male, und als sie ihr ein Lächeln zuwarf, bekam sie eines zurück,
und das ließ sie erneut innerlich vor Freude juchzen. Sie war nicht mehr allein in
dieser fremden Umgebung. ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Xander blickte liebevoll zu
seiner Freundin. Manchmal war sie eine ganz
schöne Nervensäge – vor allem, wenn seine Freunde dabeiwaren und er nicht
wollte, daß all diese intimen Details aus ihrem Mund sprudelten. Aber er liebte
sie, wie er noch niemals vorher geliebt hatte, und er wollte sie nicht missen. Dann fiel ihm wieder dieser
lästige kleine Zettel ein, den er vorhin gezogen hatte. Ausgerechnet Tara, die
er am wenigsten kannte – und, wenn er ehrlich war, am wenigsten kennen
*wollte*. Irgendwie war sie ihm suspekt, warum, konnte er nicht genau sagen. Aber wenn er ehrlich war,
hatte es wohl etwas mit Willow zu tun. Nun kannte er sie schon sein ganzes
Leben lang – und dann kam sie einfach mit dieser Tara an, und alles war
selbstverständlich... Wie *er* damit
zurechtkam, war ihnen völlig egal... naja, vielleicht war er ja ein wenig
egoistisch – und in seinem tiefsten Inneren mußte wohl ein Funke Eifersucht
glimmen, was er niemals zugegeben hätte. Wie auch immer, er mußte
wohl sein Gehirn ein wenig anstrengen, um ein passendes Geschenk für Willows
Freundin zu finden. Eines, das auch vor Willows
Augen bestehen könnte... Tief Luft holend, umarmte er
ein letztes Mal seine ehemalige Dämonin, dann drehte er sich um und war sofort
eingeschlafen. ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Anya hatte die Brauen
hochgezogen und den Zettel sofort zerknüllt, gleich nachdem sie ihn gelesen
hatte. Mist, ausgerechnet die
Jägerin mußte sie beschenken, der sie im Grunde ihr menschliches Dasein zu
verdanken hatte. Wenn Giles das nicht für Buffy gemacht hatte – für *wen* dann? Nur wegen Buffy hatte sie
ihre Dämonenkräfte verloren, nur wegen ihr mußte sie nun ein sterbliches Dasein
führen. Naja, wenn sie es recht
bedachte – auch wenn sie keine dämonischen Kräfte mehr besaß, so hatte dieses
Leben als Mensch doch einige Vorteile. Sex zum Beispiel. Xander.
Und Geschenke. Naja, und es gab viele
Dinge, von denen sie vorher keine Ahnung gehabt hatte. Wenn da bloß dieses lästige
Höflichkeitsgetue nicht wäre. Warum konnten sich die Menschen nie die Wahrheit
sagen, warum mußten sie immer diese Umschweife machen? Wer hatte diese
nutzlosen Regeln aufgestellt – und wozu? Sie würde das wohl nie begreifen, aber
wenigstens hatte sie Xander – und sie warf einen dankbaren Blick über seine
Schulter – vielleicht könnten sie ja nochmal diese eine Stellung da eben
ausprobieren, wenn er noch wach wäre... Nein, er schlief schon. Enttäuscht seufzte sie,
drehte sich auf die andere Seite und schloß die Augen. ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Als alle gegangen waren,
genehmigte sich Giles noch einen Whisky, nur einen ganz kleinen. Aber irgendwie
genoß er es – so gerne er die Kinder um sich hatte – allein zu sein, einfach
nur seinen Gedanken nachzuhängen und den Tag ausklingen zu lassen. Draußen schneite es noch
immer, und er dachte mit Grausen daran, daß er wohl am Morgen Schnee schieben
mußte – dieser Vermieter war nur gut im Miete-Kassieren, nicht aber wenn es
drauf ankam – aber diesen Gedanken schob er schnell beiseite. Nun sollte er also Xander
etwas schenken. Eine eigenartige Idee war das mit diesem Julklapp schon – und
er überlegte, was Willow wohl so daran begeistert haben könnte. Eigentlich war es ihm ja
klar – wenn man immer nur zusah, wie alle anderen feierten, dann machte diese
kleine Idee schon etwas her, auch wenn es nicht „richtig“ Weihnachten war,
sondern nur ein kleiner Ersatz. Und nun saß er da und wußte
nicht, was er Xander schenken sollte. Der war im letzten Jahr so
erwachsen geworden – und durch Anya hatte er nun Verantwortung übernehmen
müssen wie noch nie in seinem jungen Leben zuvor. Aber er bewältigte diese
„Aufgabe“ überraschend gut, fast wie ein professioneller Lehrer, der einem Kind
– und irgendwie war Anya in menschlichen Dingen wie ein Kind – das Leben
beibrachte. Lächelnd dachte er an den
alten, unbeholfenen Xander zurück, der sich so oft in die falschen Mädchen
verliebt hatte. Und jetzt war er fast ein Mann. Seufzend stand Giles auf,
stellte sein Glas in die Spüle und wandte sich zur Treppe ins Schlafzimmer. Es war ein langer Tag
gewesen – und sicher würde ihm schon morgen etwas einfallen. Aber jetzt sehnte er sich
nach Schlaf. ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Es war der Tag vor
Heiligabend, das heißt, eigentlich die Nacht davor. Buffy war auf Patrouille,
aber im Grunde war dies seit Beginn der Kälte nicht mehr nötig gewesen, denn,
wie es schien, hatten der Schnee und die Kälte die Dämonen und Vampire aus
Sunnydale vertrieben. Seit fast einer Woche hatte
sie niemanden mehr bekämpft, und irgendwie kam sie sich langsam überflüssig
vor. Ohne daß sie es bemerkt
hatte, war sie vor Spikes Krypta angelangt. Wie auch immer, wenn sie
schon mal da war, konnte sie ebensogut reinschauen und ihm mal eben eine
blutige Nase verpassen... naja, eigentlich... war ja Weihnachten, dieses „Fest
der Liebe“. Sie seufzte. Dann würde es wohl nichts werden mit der blutigen
Nase, aber wenigstens – und bei diesem Gedanken mußte sie grinsen – könnte sie
ihn ja verbal ein wenig bearbeiten. Ohne anzuklopfen, stieß sie
die Tür auf, daß diese krachend an die Wand schlug, und schlenderte hinein, als
ob sie mal eben einen kleinen Bummel machte. Mit dem Fuß stieß sie die Tür
hinter sich wieder zu. Ihre Hände waren
tief in den Taschen ihres Wintermantels vergraben, und der Schal, den sie
umgeschlungen hatte, ließ nicht mehr als ihre Nase und ihre Augen unter ihrer
Wollmütze hervorlugen. Hier drin war es fast noch
kälter als draußen, und sie schauderte. Suchend wanderten ihre Augen durch den
Raum, aber sie konnte keinen bekannten Vampir erkennen – bis auf einen Hügel
unter den Decken, die zerwühlt auf dem Bett lagen, kam ihr nichts verdächtig
vor. Und dieser Hügel bewegte
sich jetzt und fing an, ärgerlich zu knurren. „Was denn, Spike, hast du
solche Angst vor mir, daß du dich schon versteckst, wenn ich nur mal eben deine
Behausung betrete?“, fragte sie sarkastisch, als ein zerwuschelter Blondkopf
zwischen den Decken zum Vorschein kam. Und als sie ihn da sah, auf
dem Bett hockend, in seinen Mantel und diverse Decken eingewickelt, mit noch
verschlafenen, verquollenen Augen, mußte sie fast lachen. Er saß da wie... das Häschen
in der Grube aus dem Kinderlied. Seit ihrer kleinen
Weihnachtsfeier bei Giles hatte sie ihn nicht mehr zu Gesicht bekommen, dafür
aber umso mehr an ihn gedacht. Und irgendwie sah er – wenn
sie es nicht besser gewußt hätte – krank aus. Aber Vampire wurden nicht
krank, niemals. Ihr noch immer nicht
antwortend, stand Spike widerwillig auf, wickelte seinen Mantel fest um seinen
Körper und blieb neben dem Bett stehen. Abwartend. Stoisch auf seine blutige
Nase wartend. Die aber nicht kam. „Was ist, Jägerin – nun
schlag schon zu und dann verschwinde wieder.“, knurrte er nun bibbernd. „Habe
keine Zeit, mit dir Smalltalk zu treiben – und keine Lust, hier anzufrieren.“ Vollkommen baff sah Buffy
ihn nun an. War sie wirklich *so*
schlimm? Oder lag es an Weihnachten,
daß sie auf einmal das Menschliche in diesem Vampir sah? Und fror Spike wirklich so,
wie es den Anschein hatte? Verlegen räusperte sie sich. „Naja, wollte bloß mal
‚Hallo’ sagen... ähm... Morgen haben wir ja unsere ‚Bescherung’.“, sagte sie
kleinlaut. Irgendwie wußte sie auf einmal nicht mehr, warum sie hierhergekommen
war – und irgendwie hatte sie nun ein schlechtes Gewissen, weil sie ihn gestört
hatte. Er sah wirklich sehr blaß
aus für seine Verhältnisse... „Ach ja? Ist das alles? Ich
dachte, du willst mal wieder ´ne blutige Nase hierlassen, damit du dich besser
fühlst, Jägerin. Also: ‚Hallo, Süße!’ Und nun verzieh´ dich.“, antwortete Spike
schlechtgelaunt. Sie hatte das Gefühl, fehl
am Platze zu sein, wollte aber nicht so sang- und klanglos abziehen. Deshalb
wechselte sie das Thema und sagte: „Spike, ich dachte immer,
ihr Vampire könnt gar nicht frieren...“, und sah ihn fragend an. Er schüttelte ungeduldig den
Kopf. „Oh, Mann – und sowas nennt
sich Vampirjägerin! Ist dir schon mal aufgefallen, daß sich die meisten
Vampirpopulationen in südlichen Gefilden aufhalten? Hey, wir haben keine
Zirkulation, und je kälter es wird, desto mehr Blut brauchen wir, um warm zu
bleiben. Damit wir nicht in Starre fallen. So, genug – mach´s gut jetzt, ich
muß mich warmhalten, Süße.“, fügte er etwas versöhnlicher hinzu. Ehe Buffy etwas erwidern
konnte, hörte sie irgendetwas klirren vor Spikes Krypta, ein schepperndes,
klingelndes Geräusch, das einen Moment später verstummte. Dann war Schnauben zu
hören – wie von Tieren – und Hufgetrappel, als ob Pferde mit ihren Hufen auf
dem Boden scharrten. Spike mußte es wohl auch
gehört haben, denn er blickte jetzt neugierig zur Tür. Die beiden setzten sich
zusammen in Bewegung und standen gerade vor der Tür, als es klopfte. Niemand sagte etwas. Ratlos und mit hochgezogenen
Augenbrauen sahen sie einander an. Dann klopfte es noch einmal,
dieses Mal etwas energischer. Buffy nickte Spike
aufmunternd zu und flüsterte: „Nun sag schon ‚Herein’!“ Nun gut, jetzt führte er
auch noch die Befehle der Jägerin aus, tiefer konnte man nicht sinken. „Herein“, rief er
resigniert, und im selben Moment öffnete sich die Tür zur Krypta. Beiden – der Jägerin und dem
Vampir – klappte vor Erstaunen die Kinnlade herunter, als ein Mann in
Weihnachtsmannkleidung hereinstapfte, ein freundliches „Ho ho ho“ ausrief,
einen großen Sack von seiner Schulter schwenkte und auf dem Boden absetzte. Ein freundliches Schmunzeln
lag auf seinen Lippen, und um seine Augen herum bildeten sich fröhliche
Lachfältchen, als er in die Gesichter der beiden sah. „Guten Abend, ihr zwei. Ist
euch ein Gespenst begegnet?“, fragte er lachend. „Wer sind Sie?“, fragte
Buffy barsch, die Fäuste in die Hüften gestemmt. „Ja, was glaubst du denn,
wer ich bin, mein Kind? Schau mich doch an – weiße Haare, weißer Rauschebart,
roter Mantel mit Kapuze mit weißer Verbrämung, Winterstiefel und großer Sack
mit Geschenken – was würdest du sagen, wer heutzutage in einer so lächerlichen
Kleidung herumläuft? Und ich mache *keine* Coca-Cola-Werbung!“, erwiderte er
lächelnd und strich sich mit einer Hand über seinen mächtigen Bauch, der sich
unter dem roten Mantel wölbte. Sie schluckte – nein, das
konnte nicht sein, der Weihnachtsmann war ein Märchen – und dieser Kerl hier
war eine Fälschung wie all die anderen Hunderttausenden von Weihnachtsmännern,
die um diese Zeit herumliefen. „Es gibt keinen
Weihnachtsmann.“, stellte sie fest. „Oh, ja, natürlich, und dich
gibt es auch nicht, Buffy, Vampirjägerin.“, erwiderte der nächtliche Besucher
lachend. Jetzt hatte Spike sich
soweit gefangen, daß er seinen Mund wieder zubekam – um ihn sogleich wieder zu
öffnen: „Sie sind der Weihnachtsmann – und ich bin Graf Dracula.“, sagte er nun
und grinste sein typisches Spike-Grinsen. Wenigstens wurde er durch
diesen Typen abgelenkt – und wer weiß, was sich noch so alles ereignen würde. Plötzlich war sein Interesse
geweckt. „Ha ha ha, das ist doch
wieder nur eine deiner üblichen Angebereien – aber du hast recht: Ich *bin* der
Weihnachtsmann. Und nun rate mal, warum ich den beschwerlichen Weg zu deiner
Krypta gekommen bin!“, lachte der Besucher, und sein mächtiger Körper bebte vor
Vergnügen. Spike machte ein
nachdenkliches Gesicht. Dann fiel ihm etwas ein, und
er grinste wieder, als er antwortete: „Weil Sie ein Geschenk für mich haben.“ „Oh, Spike, du bist ein
kluges Kerlchen. Ja, das habe ich.“ Damit öffnete er seinen
großen Jutesack, holte eine dicke, flauschige Wolldecke heraus und hielt sie
dem verblüfften Vampir hin. Zögernd griff Spike nach der
Decke, als ob er Angst hätte, sie würde sich in Luft auflösen, wenn er sie
berührte. Das tat sie nicht, und er
strich mit den Händen darüber und spürte sogleich die Wärme, die davon ausging.
Dankbar sah er jetzt zu dem Besucher auf und breitete die Decke aus, bevor er
sie sich umhängte. „Oh Mann, das ist genau das,
was ich jetzt brauche.“, sagte er hingerissen. „Das wußte ich, und deshalb
bin ich hergekommen, mein Kind. Du warst in diesem Jahr ein sehr artiger
Vampir, und kein Mensch wurde von dir gebissen – und deshalb habe ich mal eine
Ausnahme gemacht. Ich dachte, du hast eine Belohnung verdient.“ Mit diesen Worten wandte
sich der Weihnachtsmann wieder zum Ausgang, warf sich den Sack wieder über die
Schulter und wollte gerade durch die Tür verschwinden, als er von Buffy
zurückgehalten wurde. „Was denn – gibt es einen
Extra-Weihnachtsmann für Vampire? Was ist mit Jägerinnen – gibt es für die auch
einen?“, rief sie empört. Langsam drehte sich der
Weihnachtsmann noch einmal um und sah etwas ärgerlich auf Buffy herab. „Es gibt nur *einen*
Weihnachtsmann – und das bin ich!“, antwortete er nun in grimmigem Tonfall.
Seine blauen Augen sahen jetzt auf einmal nicht mehr so freundlich aus, und die
fröhlichen Lachfältchen waren verschwunden. „Ich sagte doch, daß ich
eine Ausnahme gemacht habe, Buffy. Und im Übrigen hast du dein Geschenk schon
erhalten!“, ergänzte er und wollte sich gerade wieder umdrehen, als Buffy ihn
am Ärmel festhielt. „Aber was habe ich denn für
ein ‚Geschenk’ erhalten?“ Jetzt wurde der
Weihnachtsmann denn doch ungeduldig, und mit einem mißbilligenden Blick auf die
kleine Hand, die noch immer seinen Ärmel festhielt, sagte er: „Wenn du das nicht einmal
bemerkt hast, hast du es nicht verdient! Aber ich werde mal nicht so sein und
es dir sagen: Eine Woche ohne Dämonen, Buffy. Eine Woche lang habe ich den
Höllenschlund für dich zufrieren lassen, eine Woche lang hattest du Ferien von
deiner Arbeit, mein Kind! Aber“, und jetzt sah er wirklich böse aus. „Ich
glaube, eine Rute wäre besser gewesen für so eine vorlaute und unhöfliche
Jägerin! Nimm dir ein Beispiel an Spike.“, und damit drehte er sich endgültig
um und stapfte mit seinem Sack über der Schulter aus der Krypta hinaus ins Freie. Buffy stand starr vor
staunender Empörung, während Spike sich schnell hinter dem Weihnachtsmann
hinausdrängte. Und da stand er, der
sagenumwobene Schlitten mit den Rentieren. Die mächtigen Tiere
scharrten ungeduldig mit den Hufen und schnaubten, als der Weihnachtsmann auf
den Schlitten kletterte und die Zügel nahm. Er nickte Spike noch einmal
lächelnd zu, schnalzte mit der Zunge und dann war er mitsamt seinem Schlitten,
den Rentieren und seinem Jutesack – Trappel! Klingel! Zisch! – verschwunden.
Nur noch ein goldschimmernder Schweif am ansonsten klaren Sternenhimmel zeigte
an, in welche Richtung er entschwunden war, sonst nichts. Der Schnee glitzerte im
Mondlicht, und Spike stand nur da und starrte in die Richtung, in die der
Schlitten abgezischt war, und hinter ihm trat nun auch Buffy aus der Tür. Sie mußte den Schlitten noch
gesehen haben, denn auch sie sah verblüfft auf den immer kleiner werdenden
Schweif. Als sie schweigend die paar
Schritte zu Spikes Krypta zurücklegten, knirschte der Schnee unter ihren Füßen.
Ein ungewohntes Geräusch für
Buffy, und sie wunderte sich, daß sie so gar nicht auf die Idee gekommen war,
daß dahinter eine Absicht stecken könnte, daß dies ihr eine Woche „Ferien“
beschert hatte – die fast verstrichen war, ohne daß sie etwas davon gehabt
hatte... Jetzt seufzte sie und
blickte verstohlen zu Spike, der gerade die Tür zu seinem „Heim“ öffnete. Der hatte das anscheinend
ganz gut genommen – jedenfalls war ihm nichts anzumerken. Keine Verwunderung, kein
Erstaunen. Naja, der hatte ja auch
gerade keine „Abreibung“ vom Weihnachtsmann bekommen. Oh, Mann, einen Anranzer vom
Weihnachtsmann! Und dann noch vor Spike... Dieser Vampir da hatte
gerade ein Geschenk abgefaßt. Kein Wunder, daß der sich
nicht wunderte. Mit einem Kopfschütteln
dachte sie an den „artigen Vampir“. Und an *dem* sollte sie sich
ein Beispiel nehmen! Dieser Rotmantel hatte ja
keine Ahnung... Was für ein Hohn! Artiger
Vampir! Es war nicht zu fassen! Buffy sah mürrisch zu Spike,
der sich in die flauschige Decke eingewickelt hatte. Ein stilles, glückliches
Lächeln auf dem Gesicht des „artigen Vampirs“ zeigte, daß das eben wohl
wirklich passiert war... War es das? Und was war denn schon
geschehen? Nichts – die Kälte hatte
ihnen beiden die Sinne eingefroren, das war´s. Das war in klirrender Kälte
genauso wie in gleißender Hitze – wie eine Fata Morgana. Es gab keinen
Weihnachtsmann, ein für alle Mal! „Spike, das eben bleibt
unter uns, klar?!“, sagte sie nun mit Nachdruck und sah den Vampir drohend an,
der unter der Decke hervorlugte. „Es ist nichts geschehen,
und wenn du auch nur *ein* Wort, ein einziges Wort ausplapperst, dann bist du
Vergangenheit, sobald ich dich in die Finger bekomme. Hast du das verstanden?“ Spike verdrehte genervt die
Augen. Die Jägerin wollte nicht
glauben – also war es nicht geschehen. So einfach war die Welt für
sie. Naja, sie war ja auch nicht
gerade gut weggekommen. Wie war das noch? Und bei diesem Gedanken
glitt ein triumphierendes Lächeln über sein Gesicht: Sie sollte sich ein Beispiel
nehmen. An ihm, Spike, William dem
Blutigen. Ha! Das war noch besser als
die Decke hier! Dann sah er in das Gesicht
der Jägerin. Oh – sie schien es ernst zu
meinen. Also gut, er nickte: „Aber
ganz wie es Eure jägerliche Hoheit belieben. Ich weiß, daß es keinen
Weihnachtsmann gibt, kenne keinen Weihnachtsmann, habe nie einen gesehen und
kenne auch niemanden, der ihn je gesehen hätte. Reicht das?“, fügte er ironisch
hinzu. Buffy nickte nur kurz, dann
drehte sie sich auf dem Absatz um und verschwand schnell zwischen den
Grabsteinen, die alle eine weiße Mütze aus Schnee aufhatten. „Bis morgen dann, Jägerin!“,
rief Spike ihr grinsend hinterher. Lautlos fielen jetzt wieder
dicke Schneeflocken zur Erde, sanft und weich wie ein Vorhang aus Zuckerwatte. ~*~*~*~*~*~*~*~ |