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![]() Überstunden Liebe Kati – nur ein kurzes und dann auch noch (dem Fandom aber zumindest angemessen) makaberes Geschichtchen. Sieh es als schwarzen Humor oder Anzeichen von dramatischer Überarbeitung oder aber als Schreibanlass. Dir fröhlichere Weihnachten als die hier folgenden!
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Mein Kopf liegt auf dem Tisch und ich habe die beste Aussicht auf Sirup, der von meiner Waffel auf den Tisch tropft. Froschperspektive und so. Obwohl das echt ein irreführender Ausdruck ist, ich jedenfalls muss dann immer an den Vollidioten von Frosch denken, der uns den ganzen Mist hier eingebrockt hat. Was? Nein, nicht tropfende Waffeln, sondern Sterblichkeit, Tod etc. Wenn der dämliche Frosch die Kröte in Frieden gelassen hätte, dann wäre ich jetzt nicht tot und ein Grim Reaper. Sondern lebendig und höchstwahrscheinlich arbeitslos, denn mal ehrlich, Delores hätte George nicht eingestellt. Nie im Leben (haha). Im Zweifelsfall muss ich dem Frosch jetzt auch noch dankbar sein... "Georgia, pass auf, sonst bekommst du Sirup in deine Haare.", bemerkt Daisy undbefördert mit spitzen Fingern eine Pommes zwischen ihre Lippen. "Klebrige Substanzen kriegt man nur sehr schwer wieder aus den Haaren, glaub mir." Mason prustet vor Lachen und aus meiner Froschperspektive sehe ich, wie Daisy ihn missbilligend ansieht, die Andeutung, die in seinem süffisanten Gelächter liegt, durchaus verstehend. Ich hebe zwar nicht meinen Kopf, rolle aber zumindest mit den Augen. "Ich-", beginnt Mason und Daisy unterbricht ihn: "Halt die Klappe." "Aber ich -", versucht Mason es erneut und wieder schneidet Daisy ihm das Wort ab: "Halt die Klappe, Mason." "Aber" - "Halt die Klappe!" "Haltet beide die Klappe." Roxys beste Ich-bin-Polizistin-also-pinkel-mir-nicht-ans-Bein Stimme lässt die beiden Streithähne augenblicklich verstummen. "Ich versuche hier in Frieden mein Frühstück zu essen und habe wirklich keine Lust auf eine Unterhaltung über die Konsistenz von Sperma." Neben unserem Tisch macht es plumps und auch ohne meinen Kopf zu heben, weiß ich, dass Mason gerade vor Lachen von der Bank gefallen ist. Daisy sieht verärgert zu Roxy herüber, scheint damit aber wenig zu bewirken, denn sie verliert schnell das Interesse. Eine Strähne meiner blonden Haare in Sicherheit bringend, indem sie sie hinter mein Ohr streicht, meint sie zu mir: "Sirup ist eine blöde Idee. Honig und Bier hingegen sind toll für die Haare." "Werd' mir's merken.", brumme ich zurück und runzle die Stirn, als ich bemerke, dass ich mir wünsche, es wären noch ein paar Strähnen zu retten, nur damit Daisy ihre uncharakteristisch freundliche, ja fast zärtliche Geste wiederholen muss. Ich kann auch nichts dafür. Es ist Weihnachten. Jahreszeit der idiotischen Plastikdekorationen mit einem irre grinsenden Santa Klaus und seinen fünfundachtzig Rentieren mit roten Nasen auf jedem zweiten Hausdach, Menschenaufläufen in jedem Laden inklusive dem Briefmarken-Shop, klingelnden Glöckchen, dicken Kindern und Glühweingeruch. Alleine letzterer ist genug, um saisonalbedingt bei der Mehrheit der Bevölkerung den Verstand aussetzen, sie sentimental werden und nach einer liebevollen Geste von Daisy hungern zu lassen, oder etwa nicht? Na also. Meine eben noch von Daisy begradigten Haare werden wieder durcheinander gebracht, als eine Hand, nicht nach Rosen, sondern nach schwerem Tabak riechend, mir begrüßend hindurchwuschelt und ich kann nicht anders als zu grinsen. "Hey, Rube. Fröhliche Weihnachten." Ich hebe meinen Kopf, streife Waffelkrümel von der Gesichtshälfte, die eben noch auf dem Holztisch gelegen hat und sehe Rube an. Der lächelt und sagt, sich setzend: "Schönen Heiligen Morgen, Nüsschen." Roxy grunzt ein 'Hi' zwischen Eiern mit Speck, Mason winkt in einer unverständlichen Art und Weise, worüber Daisy den Kopf schüttelt, bevor sie unserem Boss ebenfalls einen schönen Morgen wünscht. Die kollektive Festtagsstimmung verschwindet allerdings ebenso schnell wie Marzipanpralinen aus der Bonboniere, als Rube sein Notizbuch und daraus Post-its hervorholt. Grün und in Tannenbaumform, aber Post-its. Mason versucht noch seinem Schicksal zu entgehen, imdem er von seinem Platz unauffällig unter den Tisch zu rutschen beginnt, aber Rube klebt ihm kurzerhand seinen Tannenbaum mitten auf die Stirn, bevor er uns anderen auch einen aushändigt. "Das ist unfair", schmollt Daisy, die mir über die Schulter sieht. Automatisch ziehe ich meinen Post-it unter ihrer Nase weg und tue mein bestes, sie empört über diese Indiskretion anzusehen. Aber wie üblich bekommt Daisy das gar nicht erst mit, sie ist viel zu beschäftigt, Rube vorwurfsvoll anzufunkeln. In ihrem Ton schwingt die Trotzigkeit eines Einzelkindes mit, das zum ersten Mal einen Wunsch verweigert bekommt, als sie fragt: "Wieso darf ausgerechnet George nach L.A. fliegen? Ich würde mich in Hollywood so viel besser machen!" Rube zuckt gleichgültig mit den Schultern, Roxy rollt die Augen und Mason fummelt an der Tanne auf seiner Stirn herum. Mit nicht mal einem Hauch von Daisys Begeisterung lese ich endlich meinen - Post-it - St. Patrick's Street, LA ETD 20.15 / B. Summers - und frage mich insgeheim, ob es eine Gewerkschaft für Grim Reaper gibt, bei der ich mich beschweren kann, dass ich zu Weihnachten arbeiten muss. ~*~Ende~*~ |